Wie alles begann

Mit gerade einmal 6 Jahren fing ich mit dem Reiten an. Die ersten Reitstunden hatte ich auf einem ehemaligen S-Dressurpferd, wodurch meine Liebe und meine Begeisterung für die Dressur geboren wurde. Nachdem ich bereits einige Jahre im Sattel saß und so, eine sehr solide Grundausbildung genossen habe, durfte ich die Pferde eines Trakehner-Züchters reiten. Bei diesem Züchter, konnte ich vor allem junge und schwierige Pferde reiten, hier bekam ich ein erstes Gespür für eben junge und sehr schwierige Pferde. Im Laufe der Jahre, merkte ich schnell, dass mir die Arbeit mit jungen und schwierigen Pferden sehr lag und so kam es, dass ich bereits mit 15 Jahren, erste Pferde ausbildete und Korrektur geritten bin. Schnell zeichneten sich hier auch erste Erfolge ab.

 

Mein Interesse für den Dressursport und die Ausbildung von Pferd und Reiter stieg und so lernte und trainierte ich bei einigen namenhaften Ausbildern, um mich selbst immer wieder weiter zu bilden und an sich zu arbeiten.

 

Bereits mit 10 Jahren, bestritt ich meine ersten Turniere und konnte hier im laufe der Jahre zahlreiche Schleifen sammeln. Mit 13 Jahren, wurde ich dann mit meinem damaligen Pony "Loustic", in den Dressur-Kader berufen. Nach meiner Jungend-Kaderzeit sammelte ich in einem renommierten Dressurstall erste Erfahrung in der Ausbildung von Dressurpferden bis zur Klasse S. Zwei Jahre später, platzierte ich mich mit 2 jungen Pferden, erfolgreich in der Klasse L. Im Jahr darauf, konnte ich mir in drei von fünf genannten M-Dressuren, die Plätze 2-4 sichern und mir so die Leistungsklasse 3 über Erfolge in meiner ersten M-Saison erreiten. Zusätzlich landete ich mit der Hannoveraner Stute Donna Clara auf dem 2. Platz der regionalen Ringmeisterschaft.

Mehr durch Zufall, als durch eigenen Antrieb, habe ich also ca 15 Jahre, viele Pferde und Reiter in der Grundausbildung unterstützt und weiter gefördert. Ich hatte es mir von Beginn an zur Aufgabe gemacht, Dressurpferde nach den Prinzipien der "Klassischen Reitlehre" zu gymnastizieren, zu fördern und zu formen.

 

In dieser Zeit habe ich unglaublich viel gelernt und meine eigenen Fähigkeiten immer weiter ausgebaut. Ich konnte mir ein großes Wissen rund um das Thema Pferde und Ausbildung sowie Problempferde aneignen. Doch für mich stand schon immer fest, dass ich diesen Job nicht dauerhaft machen möchte und ich dies nur für einen begrenzten Zeitraum machen werde.

  

Im Jahr 2018 habe ich mich entschlossen, mir mein Turnierpferd, für den großen Sport zu kaufen und den Weg zurück in die Turnierreiterei, mit dem eigenen Pferd zu gehen. Mein Traumpferd habe ich in der damals 3 jährigen Würtemberger Stute Finny gefunden, welche ich "Infinity for Romance" getauft habe. Infinity ist eine sehr schicke, lackschwarze, inzwischen 1,78m große Stute, welche von dem legendären Oldenburger Hengst "For Romance OLD" abstammt.

Ich habe Sie damals selbst eingeritten und bis heute ausgebildet. Sie macht ihrem Vater alle ehre und in der Ausbildung zeigte sie bereits sehr früh, ein enormes Potential für das große Viereck. Sie ist ein sehr motiviertes und überaus eifriges Pferd, aber eben auch sehr sensibel und dadurch nicht einfach zu reiten. Bei solchen Pferden, besteht bei der Ausbildung immer ein schmaler Grad zwischen Über- und Unterforderung. Beides kann große Probleme mit sich ziehen, was der Grund dafür ist, das viele von diesen hoch sensiblem Pferden, auf der Strecke bleiben und keinen Fuß im großen Sport bekommen, was allerdings nicht an den Pferden liegt. Daher ist immer und zu jeder Zeit, besondere Vorsicht bei der Ausbildung gefragt. Pferde auszubilden bedeutet mehr als  ihnen die drei Grundgangarten beizubringen und ein paar Zirkustricks. Wer Pferde für andere ausbildet, sollte über ein großes Wissen, Qualifikationen und sehr viel Gespür verfügen. Bitte vergewissert euch immer, ob ein Ausbilder auch Wirklich qualifiziert ist. Ich habe meine Pferde immer und zu jeder Zeit, in die Ausbildung mit eingebunden. So habe ich ihre Talente, im ihrem möglichen und körperlichen Rahmen gefördert und an ihren Schwächen erst einmal sehr langsam und mit großer Vorsicht gearbeitet. Ausbildung darf niemals unter Zwang geschehen. Fällt dem Pferd eine Lektion schwer und ich müsste hier viel Kraft aufbringen, um es dort hin zu bringen, befinde ich mich definitiv auf dem falschen Weg. Die Pferde zeigten mir immer selbst, wenn sie bereit für eine neue Lektion waren oder nicht.

 

Ganz nach dem Motto: Mit dem Pferd - Für das Pferd.


Pferd, Beziehung und Spiritualität

Ich bin aber nicht einfach nur Dressurreiterin, denn unabhängig von meiner Passion zum Dressursport, begleitet mich bis heute, ein weiteres sehr wichtiges Thema rund um das Pferd.

 

"Meditation, Spiritualität und Selbstfindung."

 

Viele fragen sich jetzt bestimmt, was hat das jetzt mit den Pferden und dem Reitsport zu tun? Dazu muss ich etwas ausholen. Schon in jungen Jahren, interessierte ich mich sehr für  das Verhalten der Pferde untereinander, Pferde faszinierten mich sehr und ich verbrachte sehr viel Zeit damit, sie einfach nur zu beobachten. Ihre Bewegungen, ihr Auftreten, ihr Stolz und ihre Schönheit, diese Tiere berührten etwas in mir, dass ich bis dahin nicht verstand, etwas tief in meiner Seele. Ich studierte das Verhalten der Pferde untereinander, sowie ihre komplexen sozialen Strukturen innerhalb der Herde. Ich lernte so ich im laufe der Jahre, die Sprache der Pferde zu verstehen und diese dann auch zu Sprechen, wodurch ich ihr Vertrauen und Ihren Respekt für mich gewinnen konnte, um so eine einzigartige Beziehung mit diesen wundervollen Tieren einzugehen. Nach und nach verstand ich, wie wichtig es ist, sein Pferd "WIRKLICH" zu verstehen bzw ihm zuzuhören. Vor allem, um Fehler in der Ausbildung zu vermeiden. Schnell nutzte ich dieses Wissen, auch für die Dressur und die Arbeit unter dem Sattel. Im Laufe der Jahre, habe ich meine Arbeit am Boden, immer weiter ausgearbeitet und so, eine einzigartige Methode entwickelt, mit den Pferden in ihrer Sprache zu kommunizieren - Ich habe diese Methode der Freiarbeit, RelationShip getauft.

 

Aber wir sind noch nicht am Ende der Geschichte angekommen. Um zum RelationShip zu gelangen, brauchte es natürlich weitaus mehr, als Pferde in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten und ihre Sprache zu lernen. Auf meinem Weg mit den Pferden bis heute, kam ich gezwungenermaßen auch mit dem Thema Pferd und Spiritualität in Berührung. Arbeiten wir mit einem Pferd, so spüren wir bewusst oder unbewusst eine starke Präsenz und Energie, welche vom Pferd aus geht. Ich bemerkte, dass diese Energie, einen großen Einfluss auf uns und unsere Psyche zu haben schien. Nach dieser Erfahrung, setzte ich mich intensiv mit mir, meiner eigenen Spiritualität und der Spiritualität der Pferde auseinander. Auch dieses Thema floss also in die Entwicklung des RelationShip´s mit ein, denn eines ist wichtig: "Nur wer das Pferd als GANZES versteht, kann auf Augenhöhe mit ihm arbeiten."

 

Umso näher, wir mit unserer "Arbeit" am Boden, an die Sprache und die sozialen Strukturen der Pferde heran kommen, desto stärker, fester und echter, wird die Beziehung zu unserem Pferd sein. Ich habe es mit meiner Methode tatsächlich geschafft, sehr nahe an die Sprache der Pferde heran zu kommen.

Mehr dazu unter: MEINE ARBEIT | RELATIONSHIP

 

Die Arbeit mit Tieren, erfordert vor allem Geduld und Einfühlungsvermögen, sie beruht immer auf gegenseitigen Respekt. Meine Philosophie, liegt im Verstehen der Pferde und seinen Bedürfnissen. Mir geht es hierbei nicht, um eine schnelle Problemlösung, sondern um die langfristige Beseitigung der Ursachen des Problemes.

Mein Weg in den Dressursport im Detail

Bereits mit 6 Jahren ging der Traum vom Reitsport für mich in Erfüllung. Ich lernte auf einem ehemaligen

S-Dressurpferd reiten und konnte mich so, ganz auf mich und meine Hilfen konzentrieren. Mit 8 Jahren, hatte ich das Glück, bei einem Trakehnerzüchter reiten und arbeiten zu dürfen. Anfangs ritt ich ein Deutsches Reitpony, der mich ganz schön auf die Probe stellte und mich sage und schreibe 3 - 4 mal in der Reitstunde herunter geschmissen hat. Als ich diesen kleinen Mann, dann endlich bedienen lernte, durfte ich mich, das erste mal auf einen der traumhaft schönen Trakehner setzten. Hier lernte ich bereits mit 9 / 10 Jahren, junge und schwierige Pferde zu reiten und unter Anleitung weiter zu schulen. Natürlich merkten auch meine Eltern, dass ich es mit dem Reitsport sehr ernst meinte und so bekam ich zu meinem 11. Geburtstag, mein erstes eigenes Pony geschenkt. Mit ihm, gelang mir dann 3 Jahre später, der Sprung in den Pony-Dressurkader, wo wir gemeinsam, erfolgreich bis L-Kandare geritten sind und zahlreiche Schleifen sammelten. Aber, bis dahin war es ein sehr langer Weg. Unsere eigenen Pferde (es waren 4) standen bei uns Zuhause und ich lernte mit dem 3 Jährigen "Loustic", das erste mal die Ausbildung eines Jungpferdes von beginn an kennen.

Loustic war ein ehemaliges Schlachtpferd, der sich auf dem Weg nach Italien befand, als meine Eltern Ihn damals vom Schlachttransporter gerettet haben, um Ihm so, eine neue Chance zu gegeben, die er mehr als wahr genommen hat. Nach meiner Kaderzeit, haben wir Ihn nicht verkauft, sondern auf eine große Wiesen, in die wohlverdiente Rente geschickt. So genießt er nun sein Leben, auf den üppigen Weiden in Frankreich. Ich arbeitete später, in verschiedenen Dressurställen, um mein Reiterliches können weiter bis den Lektionen der S-Dressur auszubauen. Ich bildete junge Pferde aus, lernte selbst weiter an meinen Hilfen zu arbeiten und an der Perfektion, in den hohen Lektionen. Ich lernte von Beginn an, im Dressursport nach der Reitlehre FN und befürworte das VERDIENEN der Sporen, der Kandare und der hohen Lektionen! Ein Reiten von hohen Lektionen, OHNE die Erfüllung der Ausbildungsskala von: Takt bis zum Punkt Versammlung, lehne ich ab! Ebenso die Ausbildungsskala vom Ende mit dem Punkt Versammlung zu beginnen.

Ein Jungpferd, sofort in Richtung Piaffe und Versammlung zu schulen, ohne die Basis: Takt, Losgelassenheit, Anlehnung und Schwung, erarbeitet zu haben, scheint leichter zu sein, allerdings ist diese Form der Ausbildung, frei von reeller Gymnastizierung und so, fehlt hier eindeutig der Gesunderhaltende Part. In dieser Form der Ausbildung, geht es schlicht um schnelle "spektakuläre" Erfolge, die jeder unabhängig von seinem Können, nachmachen kann, allerdings ohne Berücksichtigung der Gesundheit und der Anatomie der Pferde. Dieser neue Trend, ist einfacher für den Pferdebesitzer, allerdings werden Pferde so, weder korrekt geschult noch richtig gymnastiziert, Lektionen die hierbei entstehen sind fehlerhafte Zerrbilder, der echten Lektionen der hohen Schule. Hierbei sind Fehler vorprogrammiert, wie fehlerhafte Piaffen, ohne jegliche Form von "Schwung" und "Takt". Eine Ausbildung des Reitpferdes, ohne den Punkt "Schwung", ist eine unnatürliche Form der Ausbildung, welche wieder der Natur des Pferdes handelt, da das Pferd ein "Lauftier" ist und wir ihm, mit dieser Form der Ausbildung, seiner natürlichen Instinkte "Das vorwärts Gehen" berauben. Die Ausbildung an der Hand oder am Boden, kann natürlich immer begleitend und unterstützend angewendet werden. Allerdings, werden hohe Lektionen, nur von Profis, wirklich korrekt geschult.


Dressurarbeit




Jungpferdearbeit



Turniere